Frau hält schmutziges und staubiges Lüftungsgitter mit HEPA-Filter in der Hand (Quelle: iStock.com/Travelarium)

Luftreiniger: Wertvolle Ergänzung für gute Luft

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Luftreiniger, kombiniert mit guter Belüftung, können das Infektionsrisiko in Innenräumen auch jenseits pandemischer Situationen stark senken.

Gerade in den Wintermonaten und Übergangszeiten ist das Infektionsrisiko durch schlechte Innenraumluft hoch. Denn dann halten wir uns besonders viel in beheizten Innenräumen auf und lüften seltener als bei warmen Temperaturen. Durch konsequentes Lüften und den ergänzenden Einsatz von Luftreinigern lässt sich die Übertragung von Infektionen über Aerosole deutlich reduzieren. 

Atemwegserkrankungen werden über vier wesentliche Mechanismen übertragen:

  • direkter Körperkontakt
  • Schmierinfektionen, bei der Erreger über kontaminierte Oberflächen auf die Schleimhäute gelangen
  • Tröpfchen beim Husten oder Niesen: Diese größeren Atemtröpfchen über 5 Mikrometer sinken relativ schnell zu Boden.
  • Aerosole (sehr kleine Partikel unter 5 Mikrometer): Diese schweben lange in der Luft, verteilen sich in geschlossenen Räumen und können auch nach dem Verlassen einer infizierten Person noch stundenlang infektiös bleiben.

Filteranlagen und Luftreiniger mit HEPA-Filtern wirken gegen die Aerosolübertragung, da sie gezielt winzige, schwebende Partikel aus der Raumluft entfernen. Sie reduzieren die Konzentration infektiöser Partikel im Raum und senken damit das Infektionsrisiko.

Ergänzende Hygienemaßnahmen wie regelmäßiges Händewaschen, das Einhalten von Abständen, Husten und Niesen in die Armbeuge und die Reinigung von Oberflächen sowie konsequentes Lüften sind weiterhin unverzichtbare Bestandteile eines umfassenden Infektionsschutzes.

Luftreiniger entfernen sowohl virusbeladene Partikel aus der Raumluft als auch Pollen und Feinstaub, welche mit der Außenluft in Innenräume gelangen.

Saubere Luft kommt allen Anwesenden zugute. Besonders gilt dies für vulnerablere Gruppen, die anfälliger auf Innenraumverunreinigungen reagieren oder vorerkrankt sind:

  • Kinder und Jugendliche – ihre Organe befinden sich noch im Wachstum, ihr Immunsystem ist noch nicht vollständig ausgebildet und im Vergleich zu Erwachsenen atmen sie relativ zu ihrem Körpergewicht größere Luftmengen ein
  • ältere Menschen
  • Menschen mit Vorerkrankungen wie Asthma, Lungenerkrankungen/COPD etc.
  • Menschen mit Allergien/Heuschnupfen

Mobile Luftreiniger entfernen durch ihre Filter luftgetragene Teilchen wie Partikel, Feinstaub und Pollen aus der Raumluft. ABER: Sie wälzen die Luft im Raum mithilfe eines Ventilators nur um und führen dem Raum keine frische Außenluft zu.

Die mobilen Luftreiniger können das Lüften durch Fenster oder Anlagentechnik nicht ersetzen!

In Räumen mit hoher Belegung (wie Klassenräume, Kitas, Vorlesungs-/Lernräumen, Restaurants und Wartezimmer von Arztpraxen) und begrenzten Lüftungsmöglichkeiten sollte der Einsatz mobiler Luftreiniger fester Bestandteil eines saisonalen Infektionsschutzkonzepts sein.

Tipps zum Umgang mit Luftreinigern

Trotz ihres Nutzens und ihrer positiven Wirkung erfreuen sich Luftreiniger nicht immer großer Beliebtheit und Akzeptanz. Sie nehmen Platz ein, können Strömungsgeräusche im Hintergrund verursachen und müssen gewartet werden. Hier haben wir einige Tipps zusammengestellt, die die Akzeptanz sichern und die (saisonale) Nutzung fördern sollen:

  • Beim Filtertausch zeigen sich der über das Jahr aufgefangene Schmutz, Pollen und Sand. Alles, was der Filter abgefangen hat, hat es nicht in die Atemwege geschafft!
  • Die Luftreiniger müssen nicht das ganze Jahr über laufen. Sie können gezielt in der Grippe- und Allergiesaison genutzt werden. Das kann zusätzlich die Standzeit der Filter verlängern.
  • Raumnutzer sollten immer das Gefühl von Kontrolle haben. Sie sollten stets die Möglichkeit haben, die Luftreiniger bei Bedarf temporär auszuschalten.
  • Viele Geräte können als Magnetwand genutzt werden und dürfen beklebt oder behangen werden. So können Luftreiniger von den Schülerinnen und Schülern kreativ gestaltet werden und bei der Raumnutzung einen Mehrwert bieten. Sprechen Sie mit den Herstellern der Luftreiniger.
  • Das Strömungsgeräusch eines Luftreinigers ist in der Regel deutlich leiser als die vorhandene Geräuschkulisse im Raum, da es gleichmäßig und überwiegend in einem tiefen Frequenzbereich auftritt. Bei Bedarf kann die Lautstärke durch eine niedrigere Lüfterstufe reduziert werden. Wie deutlich das Geräusch wahrgenommen wird, hängt jedoch auch von der Qualität und Bauweise des jeweiligen Geräts ab.

Publikationen zum Thema:

Einen umfassenden Überblick zum Einsatz von Luftreinigern in Räumen mit hoher Belegungsdichte gibt ein Positionspapier der Heinz-Trox-Stiftung vom Oktober 2025.